Toleranz bitte! – Mein persönlicher Rückblick auf „Diversity ignites innovation“ bei Accenture

Wie macht uns Diversity erfolgreich? Zum internationalen Frauentag (#IWD2018) lädt Accenture am 9.3.2018 in den schicken Campus Kronberg in Kronberg bei Frankfurt: 900 Teilnehmer an 6 Locations – z. T. virtuell zugeschaltet – sind dabei. Andrea Thilo moderiert mit viel Begeisterung und macht ganz unterschiedliche Aspekte von Diversity und Change sichtbar. Warum ich teilnehme? Ich möchte wissen, ob Diversität die Antwort für die Gestaltung des digitalen Wandels ist. Meine Eindrücke? Teile ich gerne hier.

Diversität fängt im Kopf an

Für mehr Diversity brauche es eine Fehlerkultur und eine eigene Personal Brand. Alter spiele dabei eigentlich keine Rolle, schließlich gäbe es auch „agile Ältere“ so Barbara Lutz, Gründerin des Frauen-Karriere-Index. Sie empfiehlt Bottom-up-Mentoring, z. B. zum Austausch digitalen Wissens gegen Lebenserfahrung. Für Tijen Onaran, Entrepreneurin und Netzwerkerin, beginnt Diversity in erster Linie bei jedem selbst: „Wie steht Ihr zu Diversity und was bedeutet es für Euch?“ Für sie zählt Offenheit und Austausch sowie das voneinander Lernen und gegenseitige Pushen zu den Erfolgsfaktoren für mehr Diversität. Wichtig sei es dabei, die Struktur eines Unternehmens zu verstehen, denn einfach Start-up „spielen“, Krawatte ablegen, Kicker rausholen und sich auf Teufel komm raus locker machen passe einfach nicht für jedes Unternehmen. Barbara Lutz betont, dass es Kommunikationsräume für eine offene Kommunikation brauche, so dass Dinge offen angesprochen werden können. Die Karriere ist und bleibe dabei in Eigenverantwortung.  O-Ton: „Karriere ist nicht wie Cinderella – darauf warten, dass der Prinz mich küsst.“ Diesen Gestaltungsraum und diese Gestaltungsfreiheit möchte jedoch nicht jede/r.

„Iconic Leadership“: Motivationskraft und Empowerment anderer

Was ist eigentlich „Iconic Leadership“? Und braucht es das heute eigentlich noch? Im Publikum fallen Namen wie Elon Musk und Angela Merkel als Beispiele. Echt? Mit dem Eventanalytics-Tool sli.do dürfen alle Teilnehmer abstimmen, wie man „Iconic Leadership“ definiert.

In der anschließenden Panel Diskussion definiert Karin Dohm, Global Head of Gov. & Reg. Affairs bei der Deutschen Bank „Iconic Leadership“ so: Zuhören, Mannschaften zum Wachsen zu bringen, Wissen mit Begeisterung weitergeben und übergreifen lassen. Hat sie etwa unsere Agile Leadership Studie gelesen?

Diversity als Geschenk an eine Minderheit?

Beeindruckt hat mich Teresa Bücker, die mit Edition F eine digitale Plattform für die Frauen gründete, die sich in Job und Leben verwirklichen wollen. Bereits 2014 setzte sie ihre Idee in die Tat um, mit der sie bei allen klassischen Verlagen abblitzte. Community Management sei ein wichtiger Erfolgsfaktor für sie: den Leser/innen Aufmerksamkeit widmen, ihnen zuhören und auf sie eingehen. Das koste Zeit, doch diese Beteiligung der Community stärke, da diese sich ernst genommen fühle.
Mit Bezug auf das Manager-Magazin sagt sie kritisch: Niemand möchte heute Erfolgsstories von Leuten lesen, die schon alles erreicht haben und deren Titel häufig rein männlich besetzt sind. Aber: „alte“ Rollenvorbilder würden noch immer stark vorgelebt, so fehle es in Bilddatenbanken tatsächlich an Frauen im Alter von 20-40 oder übergewichtigen Frauen. Auch das sei gelebte Diversität. Leadership sei immer noch stark männlich in den Köpfen verankert. Insbesondere Frauen hätten noch nicht viel Erfahrung mit Chefinnen. Ihr Rat: immer, wenn Du etwas angeboten bekommst, was eine Nummer zu groß für Dich scheint, mach es. Nur daran kannst Du wachsen.

Don’t ask for permission, ask for forgiveness

Sparring ist wichtig, um voneinander zu lernen. Offenheit, Fehler einzugestehen gehört dazu. Wie man in Zeiten der großen Belastung „gut“ mit sich selbst umgeht? Ob es Leitplanken auch im Sinne eines „Nein“ geben müsse? Diese Grenzen solle man für sich selbst setzen, ein Nein erzeuge auch immer Reibung, an der man wachsen kann, so Armin Vakili, Senior Manager von Accenture interactive. Wichtig sei ein gemeinsamer Wertekanon, über den man sich in der Zusammenarbeit bewusst sein sollte. In der Führung zähle dabei Ansprechbarkeit – das ist natürlich besonders schwierig bei globalen Teams – eine nicht zu unterschätzende Herausforderung für Führungskräfte.

Facial Feedback Hypothese

Wie wichtig auch die Mimik in Veränderungsprozessen ist und dass sie nicht nur mit unserem Gegenüber etwas macht, erklärt Faruk Sevinc, Mimikresonaz-Trainer bei Accenture. Mimik und Körpersprache verändert Stimmung, auch die eigene. Die Alphakörperhaltung sei wichtig vor jedem wichtigen Meeting. Low power Posen, wie schiefe Haltung, eingefallene Schultern, seien nicht hilfreich – auch bei einem selbst hat dies automatisch einen negativen Einfluss auf den Körper. Unsere Mimik gibt viel mehr und viel schneller etwas über unsere wahren Gefühle preis, als wir denken, und schlüsselt Lächeln wie folgt auf: soziales Lächeln, maskierendes Lächeln und echte Freude. Cooler Impuls!

Hell yeah, fuck no! Gelebtes Feedback!

Wie Innovation bei Accenture gelebt wird? Sehr divers aufgestellte Teams, eine gute Feedback-Kultur, immer wieder Austausch und Co-Creation sind Schlüssel zum Erfolg. Jeder einzelne muss die Kultur mitprägen.

Fazit: Der Tag hat für mich gute Impulse gebracht und gezeigt, dass wir für gelebte Diversität noch ein Stück Weg vor uns haben. Veranstaltungen wie diese sind wichtig, um Bewusstsein zu schaffen.