Dr. Tomas Chamorro-Premuzic zu Gast in Düsseldorf und Zürich

Am 10. und 11. Juni folgten insgesamt 70 Gäste unserer Einladung in den Düsseldorfer Wirtschaftsclub und das Lorange Institute Horgen/Zürich. ‚Good Judgment–Urteilsvermögen verbessern‘ lautete das Thema des Business Talks. Dr. Tomas Chamorro-Premuzic, CEO Hogan Assessment Systems war unser Gastredner: Er zeigte in einem spannenden Vortrag auf, was genau eigentlich hinter gutem Urteilsvermögen steckt.

Tomas Chamorro-Premuzic, CEO Hogan Assessment Systems

Decisions drive everything – Decisions are driven by judgment and judgment is driven by personality, so eröffnete Dr. Tomas Chamorro-Premuzic seine Speech. Im Gegensatz zu IQ oder anderen intellektuellen Fähigkeiten kann man gutes Urteilsvermögen trainieren, bei sich selbst und bei anderen, so Chamorro-Premuzic. Auch wenn manche Leute klüger sind als andere, trifft jeder von uns auch mal schlechte Entscheidungen. Denn: für gute Entscheidungen gibt es keine vordefinierten, festen Regeln. Wie man das eigene Urteilsvermögen konkret verbessern kann?

Erstens sollte man sich besondere Vorlieben oder typischen Denkmuster klar machen. Ein paar Beispiele: Sind Sie mehr durch Angst oder durch Erfolg getrieben? Legen Sie mehr Aufmerksamkeit auf Details oder das große Ganze? Planen Sie eher strategisch – in der fernen Zukunft – oder im Hier und Jetzt? Betrachten Sie das Glas als halbvoll oder halbleer? Neigen Sie dazu, Dinge zu überschlafen oder treffen Sie eher schnelle, impulsive Entscheidungen? Die Kenntnis dieser Punkte wird helfen, negative Auswirkungen auf die Entscheidungen, die Ihr Urteilsvermögen verbessern, zu minimieren.

Zweitens sollte man lernen, Prioritäten zu setzen. Hier empfiehlt Chamorro-Premuzic, die 90-10-Regel von Google und anderen erfolgreichen Unternehmen. Das bedeutet, verwenden Sie 10% Ihrer Zeit auf 90% Ihrer Entscheidungen und 90% der Zeit auf 10% der Entscheidungen. Der Grund für diese Regelung ist ganz einfach: die meisten Entscheidungen sind belanglos und intellektuell nicht besonders fordernd, sodass sie über Routine und Gewohnheit automatisiert werden können. Oder denken Sie jeden Morgen über Zähne putzen nach? Je effektiver Sie Entscheidungen in Routine und Gewohnheit überführen, desto mehr geistige Ressourcen können Sie wirklich wichtigen Fragen widmen: wichtige Termine mit Kunden oder Ihrem Chef, große Karriereentscheidungen, komplexe Probleme etc.

Drittens, erinnern Sie sich an folgende Regel: Ihre Entscheidung deckt nur ein Drittel des gesamten Entscheidungsprozesses ab. Die anderen zwei Drittel der Zeit kostet es, andere und sich selbst zu überzeugen, dass die Entscheidung richtig ist, um später mit dem Ergebnis zufrieden zu sein. Für die Probleme, die wir während unseres Lebens lösen müssen, gibt es nur selten eine absolute oder objektiv richtige Antwort. Ob wir die richtige Entscheidung getroffen haben, kann man meistens nur ad hoc feststellen. Fazit: Ein gutes Urteilsvermögen bekommt man aus Erfahrung, und die Erfahrung kommt von schlechten Entscheidungen.

Im Anschluss verbrachten wir anregende Diskussionen beim gemeinsamen Networking. Die Vortragsunterlagen senden wir Ihnen gerne zu; senden Sie dazu tanja.vornberger(at)metaberatung.de eine E-Mail.

 

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